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Küstentour

Küstentour mit dem Bürgerverein Fedderwardergroden — Ein Tag an der Nordsee

Um 10 Uhr morgens versammelten wir uns am Kirchplatz in Fedderwardergroden — und wer von Anfang an dabei war, weiß: es hat sich gelohnt. Der Bürgerverein Fedderwardergroden hatte zu einer gemütlichen Küstentour mit Fassreisen eingeladen, und was dann folgte, war ein Tag, der so einfach nicht zu toppen ist.

Selbst das Wetter spielte mit….es war halt „Küstenwetter“ rauh, windig aber trocken.

Neuharlinger Siel
Neuharlinger Siel

Unser erster Halt war **Hooksiel**. Der Ort ist über 470 Jahre alt — und das sieht man. Die denkmalgeschützten Speicher- und Packhäuser am Alten Hafen stammen aus dem Jahr 1821 und erzählen von einer Zeit, als hier reger Handelsverkehr herrschte. Besonders pikant: Während der Napoleonischen Kontinentalsperre von 1806 bis 1814 blühte der Hafen als Umschlagplatz für Schmuggelware auf, die vom damals britischen Helgoland eingeführt wurde. Schmuggel mit Tradition, sozusagen — die Hooksieler wussten, wie man mit widrigen Zeiten umgeht.

Weiter ging es nach **Horumersiel** und dann nach **Carolinensiel**, wo eine wohlverdiente Fischbrötchenpause auf uns wartete. Carolinensiel hat eine bemerkenswerte Geschichte: 1730 vergab Fürst Georg Albrecht von Ostfriesland die ersten Grundstücke an 23 Neusiedler rund um den damals frisch angelegten Hafen — mit Steuerfreiheit für zehn Jahre als Anreiz. Namensgeberin war übrigens die Gemahlin des Fürsten, Sophie Karoline von Brandenburg-Kulmbach. Um 1860 zählte man allein 40 Kapitäne mit insgesamt 59 Schiffen, dazu zwei Werften und zahlreiche Gaststuben — täglich liefen bis zu sieben Schiffe ein oder aus. Von diesem weltgewandten Treiben ist heute der romantische Museumshafen mit seinen Plattbodenschiffen geblieben — und natürlich die Fischbrötchen, die uns mindestens genauso begeistert haben.

Über **Bensersiel**, **Dornumersiel** und **Nessmersiel** rollten wir weiter nach **Norddeich** und **Norden**. Norden gilt als älteste Stadt Ostfrieslands — bereits 1255 wurde sie urkundlich erwähnt. Auf dem Marktplatz, einem der größten baumbestandenen Marktplätze Europas, steht die Ludgerikirche mit der berühmten Arp-Schnitger-Orgel. Jürgen Rode hatte bei dieser Gelegenheit auch erwähnt, dass Norddeich heute nach Puttgarden und Rostock der drittgrößte Personenhafen Deutschlands ist — von hier aus starten jährlich Millionen Urlauber Richtung Norderney und Juist.

Unser Endziel war **Greetsiel** — und wer dieses Dorf kennt, weiß, dass man unweigerlich langsamer wird, sobald man es betritt. Der Hafen blickt auf eine über 650 Jahre alte Geschichte zurück, und noch heute liegt hier die zweitgrößte Krabbenkutterflotte Deutschlands vor Anker. Die berühmten Zwillingsmühlen? Die erste — die Rote Mühle — wurde bereits 1621 errichtet.

Während Jürgen mit den Gästen durch die malerischen Gassen einen spaziergang machte und die Geschichte dieser kleinen „Puppenstube Ostfrieslands“ lebendig werden ließ, bauten Marion Reiners, Julian Rode, Karl-Heinz Schlüter, Silvia Buse und Barbara Cordes ein leckeres Picknick auf: Sandwiches, Muffins — und der Busfahrer persönlich kochte Kaffee und Tee. Besser geht es nicht.

Die Rückfahrt führte uns wieder an der Küste entlang — als hätte die Nordsee ein letztes Mal auf sich aufmerksam machen wollen, bevor der Alltag wieder beginnt. Um 17 Uhr waren wir zurück in Wilhelmshaven. Sieben Stunden, eine handvoll geschichtsträchtiger Küstenorte, das unerschöpfliche Wissen unseres Reiseführers Jürgen Rode, der uns mit kleinen Döntjes und großen Geschichten die ganze Fahrt über bestens unterhalten hat — und ein Picknick in Greetsiel, das so schnell niemand vergisst.

Ein herzliches Dankeschön an Fassreisen und an alle, die diesen Tag zu einem unvergesslichen Ausflug gemacht haben. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour und wir sind uns einig !!!! Die nächste Tour kommt ganz bestimmt. Wir suchen schon nach den nächsten Zielen.

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